• Christian Decker

Was ist dein Stil als Redner?

Vor kurzem hat mich eine Wedding Planerin gefragt, was denn mein Stil als Redner ist. Bin ich eher lustig? Oder eher gesetzt? Wie würde ich mich selbst beschreiben?


Foto: Hannah & René


Der Bauchladen


Die Frage nach dem eigenen Stil ist als Dienstleister*in oft gar nicht so leicht zu beantworten – vor allem als Berufseinsteiger*in. Denn irgendwie schwingt immer ein bisschen die Angst mit, durch eine klare Abgrenzung, den eigenen potenziellen Markt zu verkleinern. Deshalb stößt man bei der Suche nach passenden Dienstleister*innen hin und wieder auf den sogenannten „Bauchladen“: Ein breit gestreutes Angebot. Sortimentsbreite statt Sortimentstiefe. Kaufhaus statt Fachgeschäft.


Foto: Aschaaa Photography


Das Marketing-Problem


Dieses breite Angebot scheint auf den ersten Blick verlockend und als Kund*in hat man das Gefühl, mit einem Allrounder Zeit und Geld zu sparen. Dienstleister*innen erkennen aber oft nicht die Stolpergefahr eines umfangreichen Bauchladens. Die Schwierigkeit liegt dabei nämlich in der Vermarktung. Das fängt bei der Herausforderung an, ein passendes Design für die Website zu finden, geht über die Wahl eines konsistenten Kommunikationsstils bis hin zur harmonischen Preisgestaltung. Je mehr unterschiedliche Dienstleistungen und Stile angeboten werden, umso schwierig ist es, eine klare Positionierung am Markt vorzunehmen.


Foto: Aschaaa Photography


Sei authentisch!


Genau deshalb ist es so wichtig, den eigenen, ganz individuellen Stil zu finden, um sich von Mitbewerber*innen zu unterscheiden. Als Kommunikationstrainer lerne ich immer wieder Menschen kennen, die mit dem Wunsch „so sprechen zu können wie Obama“ oder „so locker auftreten zu können wie Steve Jobs“ zum Training kommen. Man kann zwar gut von den Besten lernen, aber ist selten dauerhaft erfolgreich, weil man „genauso wie ...“ ist.


Foto: Barbara Wenz Photography


Finde deine Nische!


Wofür stehe ich? Was passt zu mir? Wie möchte ich wahrgenommen werden? Diese Fragen beantworten zu können, bedeutet, sich grundlegend mit sich selbst auseinandergesetzt zu haben und zu wissen, worin die eigenen Stärken und Schwächen liegen. Als Fotograf*in weiß ich dann, ob ich eher auf Hochzeiten oder bei Portraitshootings im Studio aufblühe. Als Eventplaner*in weiß ich, ob mein Herz für Großveranstaltungen oder für die Organisation von runden Geburtstagen schlägt. Und als Hochzeitsredner*in weiß ich, ob ich dem Paar lieber locker gegenüberstehe und die Worte an die Situation und Stimmung anpasse oder ob ich mit Liebe zum Detail schon vorab jedes Wort präzise wähle. So kann ich meine Dienstleistungen gezielt anbieten und werde auch die Paare, Kund*innen und Klient*innen finden, die auch wirklich zu mir passen.


Foto: Aschaaa Photography


Mein Stil: lebendig & empathisch


Um zu der ursprünglichen Frage an mich zurückzukehren: Als Hochzeitsredner bin ich der empathische, lebendige Typ. Ich liebe Emotionen und lege großen Wert darauf, jedes Hochzeitspaar, deren Charakterzüge als Individuen und als Paar sowie deren Tonalität kennenzulernen. Ich überlege lange, welche inneren Bilder während der Zeremonie entstehen sollen und bleibe dann bei der Wortwahl flexibel und spontan. Ich versetze mich in das Paar hinein und nehme ein bisschen die Rolle eines langjährigen Freundes ein, der hier ist, um zwei Menschen, die sich lieben, bei einem ganz besonderen Schritt zu begleiten. Für mich ist es das schönste Lob nach einer Zeremonie, von Familienmitgliedern oder Freunden zu hören:


„Man hat irgendwie das Gefühl gehabt, als würdest du die beiden schon ewig kennen.“


Denn das ist mein Stil.

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